Ariel Kofman (AR)

Ariel Kofman (AR)

Ariel Kofman wurde in Buenos Aires geboren und unterrichtet Kunst und Grafische Techniker. In seinen Werken vermischt sich der menschliche Körper mit undefinierten architektonischen Figuren, die eine spielerische, aber manchmal desorientierte Landschaft voller politischer Allegorien schaffen. Kofmans Werk ist ein skurriles Porträt der Hektik der heutigen Gesellschaft.

Verspielt und doch leicht schaurig sind seine Gravuren völlig einzigartige Orte, in denen das Auge durch diese detailreichen Welten wandern kann. Menschen und Tiere interagieren mit Alltagsgegenständen wie Stiften, Autos und architektonischen Elementen in diesem dystopischen Werk, das Ariel Kofman geschaffen hat. Ein Gegensatz ist in Kofmans Werk allgegenwärtig, wenn Darstellungen von Freude mit einer sehr bösartigen Atmosphäre kollidieren. Eine Darstellung betender Hände wird neben dem, was wie ein menschlicher Schädel aussieht, in „Cathedrals and Faith“ gezeigt – eine Darstellung von Memento Mori und der traurigen Vergeblichkeit unserer Existenz. Kathedralen und Fragmente architektonischer Elemente finden sich in den meisten seiner Werke, einige davon sind erkennbar, andere wirken fremd in ihrer Anordnung, wie es bei „Second Holy Announcement“ der Fall ist. 

Ariel Kofman (AR)

Es ist unklar, ob die Elemente zu einer Struktur gehören oder lediglich dazu dienen, sein surrealistisches Thema weiterzuführen. Farbe ist in Kofmans Werk selten. Sie beschränkt sich entweder auf Schwarz-Weiß oder auf gedämpfte Beige- und Rosatöne, die an Sepia erinnern. Kräftige Farben erscheinen nur in winzigen Details, wie etwa einem kleinen Herzen in „TV Watchers Ecstasy“. Der Mangel an Farbe lenkt den Blick auf die Details. Techniken wie Kreuzschraffur sind in winzigen Dreiecken, Kugeln und Kringeln deutlich zu sehen. Er interessiert sich für das Konzept von Stil über Inhalt, da er sich auf die unglaublichen und kunstvollen architektonischen Details in einigen seiner Werke konzentriert. In „Cathedrals and Sunset“ zeigt er die Fassade einer Kathedrale als Mittelpunkt des Werkes – ein unglaublich detaillierter Stich, bei dem die Säulen und Bögen mit großer Sorgfalt und Zeit behandelt werden. Es ist vergleichbar mit der Arbeit eines versierten Zeichners. Selbst einige der verwendeten Materialien enthalten Texte zu Mathematik und Architektur, wie im Fall von „Vicary and TV Watcher Cathedral“, wo Berechnungen in Blau inmitten eines technisch reichen Meisterwerks erscheinen. Während einige seiner Werke Darstellungen unheimlichen Horrors gewidmet sind, sind andere für das bloße Auge einfach surreal und haben bei einer ersten Betrachtung keine Bedeutung. „Flotante“ beispielsweise zeigt Briefmarken, ein Profil eines Gesichts, das wie ein Kardinal wirkt, und einen Kugelschreiber mit Kappe. Während andere Werke stark auf Symbolik des Unglücks wie eine schwarze Katze setzen, ist es schwierig, die Bedeutung anderer Werke von Ariel Kofman festzulegen. Auch wenn er nicht jederzeit einem einheitlichen Thema folgt, habe ich persönlich ein besonderes Interesse an seiner Darstellung alltäglicher Gegenstände. Mich interessiert die verstörende Bildsprache nicht, daher bleiben die alltäglichen, funktionalen Objekte wie der Stift mein Schwerpunkt in seinem Werk. Kofman widmet ihnen ebenfalls dieselbe Aufmerksamkeit im Detail, was sie für den Betrachter umso greifbarer macht.

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TV watcher’s ecstasy                                                            Vicary TV-watcher and Cathedral