Cecilia Klementsson (SE) – DE


CECILIA KLEMENTSSON (SE)

Klementsson übernimmt Posen aus Modemagazinen und setzt sie schichtweise als Ölmalerei um. Sie zeigt fleischige Körper in aufreizenden Posen.

Cecilia Klementsson orientiert sich an Bildern aus der Modewerbung der 90er und frühen 2000er Jahre. Die Künstlerin interessiert sich besonders für die Bilder aus diesem Jahrzehnt, weil die Modemarken zu diesem Zeitpunkt begannen, Aktbilder in der Werbung für ihre Produkte zu verwenden.

Diese Bilder fielen auf, denn sie unterschieden sich sehr von der Werbung, die zuvor gezeigt worden war. Einige Länder verboten daraufhin sogar die Veröffentlichung solcher Werbung, weil sie sie als anstößig empfanden. Dennoch, oder gerade deswegen, wurden einige dieser Bilder zu Ikonen.

Klementsson behauptet, dass sich die Werbeindustrie heutzutage verändert habe und dass Modemarken diese Art von Fotos aufgegeben hätten, da sie nun mehr auf politische Correctness bedacht seien. Klementsson eignet sich die Posen jener Werbung an, um sie gerade unter diesem Gesichtspunkt zu beleuchten. Sie verändert das Geschlecht der Modelle, indem sie Männer in Posen malt, die normalerweise von Frauen ausgeführt werden, und Frauen in den Posen der Männer.

Cecilia Klementsson

Sie konfrontiert den Betrachter mit Bildern, deren Herkunft er nicht wiedererkennen kann, weil das Sehen eines Mannes in einer verführerischen Pose noch immer ungewöhnlich ist. Klementsson versucht eine andersartige Neugier in den Betrachtenden zu erwecken und fordert  sie heraus, dem Subjekt und der Pose mit neuen Augen zu begegnen, statt den Vorurteile ihrer Sehgewohnheiten zu folgen. Die Künstlerin interessiert sich vor allem für Werbung, die den Körper monochrom, ohne Definition, Volumen oder Schatten zeigt und ihn gewissermaßen künstlich aussehen lässt. Ein passendes Beispiel dafür ist die Aufnahme des englischen Models Sophie Dahl, mit der im Jahr 2000 für “Opium”, das neue Parfüm von Yves Saint Laurent, geworben wurde. Klementsson stellt Posen dar, die der Betrachter höchstwahrscheinlich kennt, ändert das Aussehen der Körper jedoch durch eine ganz bestimmte Technik: Wie in einem manuellen Druckverfahren trägt sie mehrere Schichten der gleichen vier Farben auf die Leinwand auf. Die Farbschichten verleihen ihren Gemälden ein hyperrealistisches Aussehen, vor allem aus der Ferne betrachtet. Sie offenbart damit aber auch die Rigorosität des Blitzlichts und die Fragilität, die dessen Einsatz mit sich bringt – etwas, das die Modewerbung zu zeigen vermeidet.

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